Herzlich willkommen zur 3. Ausgabe von RINs - Ruckruhs Internet Newsletter 16. Februar 1999

Wenn Sie in Zukunft Ruckruhs Internet Newsletter nicht mehr zugestellt bekommen wollen, senden Sie uns bitte eine E-Mail an  mit dem Betreff "Kündigung".

 

Inhaltsverzeichnis:

1. Zitat

2. Willkommen

3. persönliches Veränderungsmanagement

4. Lesetechniken

5. Neues von uns

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1. Zitat

“Face reality (even when it’s uncomfortable), communicate candidly (even when it stings), and embrace change (it’s an opportunity, not a threat).” Jack Welch

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2. Willkommen

Viel Erfolg und willkommen zu unserem 3. Newsletter. Ein besonderes Hallo geht wieder an unsere neuen Abonnenten. Bitte gebt diesen Brief weiter, damit möglichst viele diese Informationen für mehr Erfolg nutzen können.

Vielen Dank auch wieder für die Zuschriften. Einige meinten, Englisch wäre sehr willkommen, da es sowieso die Sprache des Internets ist. Reaktion meinerseits: siehe oben ;-).

Bitte schreibt mir Eure Anregungen, Verbesserungsvorschläge und Themen, die Euch besonders interessieren.

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3. Veränderungsmanagement oder Neudeutsch: Change management

Ich sprach das letzte Mal sehr viel von Verändern. Die Frage ist natürlich: Wie erreiche ich dauerhafte Veränderung? Haben Sie sich auch schon einigemal gute Vorsätze gefaßt und diese dann für ein paar Tage umgesetzt, nur um dann wieder in den alten Trott zu verfallen? Haben Sie sich darauf geärgert? Ja? – mir ging es genauso.

Was geht da vor sich? Weshalb sträuben wir uns so, die Dinge zu tun, von denen wir wissen, daß sie gut für uns wären? Was können wir in Zukunft dagegen tun?

Heute möchte ich einige Anregungen und Antworten zu diesen Fragen geben. Dabei stelle ich Ihnen Lösungen und Ansätze vor, die mir sehr geholfen haben.

Zum einen müssen wir verstehen, daß unser Körper selbst sich gegen Veränderung sträubt. Dieser Prozeß wird auch Homöostase genannt. Was ist das? Nun, alle Prozesse in uns finden in einem Gleichgewicht statt, es wird permanent gegengesteuert und rückgekoppelt, damit nichts aus dem Ruder läuft. Es gibt in der Natur kein unbegrenztes exponentielles Wachstum (dieses würde unweigerlich in eine Katastrophe führen, wie Krebs). Auf der körperlichen Seite, in uns, sind Veränderungen nur Spielarten eines dynamischen aber letztlich stabilen Systems.

Wenn wir jetzt durch unseren Willen für eine massive Veränderung sorgen, signalisiert unser Unterbewußtsein Gefahr, selbst, wenn diese Veränderung letztendlich sehr gut für uns wäre.

Dabei hilft es zu wissen, daß unsere Vorstellung immer über unseren Willen siegt. Jeder kennt dies: wir liegen im Bett und können nicht einschlafen. Wir versuchen uns zu zwingen einzuschlafen (Wille), aber gleichzeitig plagt uns die Vorstellung, wie wir uns unruhig die ganze Nacht herumplagen. Wie gesagt, die Vorstellung siegt! Hier wäre die Lösung: Versuchen Sie daran zu denken, nicht einzuschlafen. Klingt paradox aber wir funktionieren nun mal nicht logisch, sondern psychologisch (hat die Werbung schon längst erkannt, Schule, Erzieher und Eltern leider meist noch nicht ;-)  ).

Auf der anderen Seite ist unser Gehirn ein Lernorgan per excellence, welches eine unvorstellbare Kapazität und Anpassungsfähigkeit besitzt. Weshalb tun wir uns dann so schwer mit Veränderung, was geistige Prozesse anbelangt?

Tja, diese 15 cm zwischen unseren Ohren sind vor allem ein Anpassungsorgan. Wir trainieren diesen “Muskel” zu wenig. Irgendwann macht sich dann “PsychosklerosE” breit - ein herrlicher Begriff, finde ich.

Der Volksmund hat das schon lange erkannt: “Ein verknöcherter Alter”, “Sei nicht so halsstarrig” etc.

Oder, um einen Dialog von Lewis Caroll zur Hand zu nehmen aus dem hervorragenden Buch Alice hinter dem Spiegel:

Alice unterhält sich mit der weißen Königin und sagt “Aber das ist ja unglaublich!” Darauf die Königin “Mein Kind, Du scheinst keine Übung darin zu haben. Als ich so alt war wie du, da habe ich trainiert. Da habe ich schon jeden Morgen vorm Frühstück 6 unglaubliche Dinge geglaubt!” Was haben wir alles in unserem Alltag an technischen Dingen oder was wissen wir alles, was vor 400 Jahren unglaublich war (oder auf dem Scheiterhaufen endete)?

 Was werden unsere Nachfahren von unseren Glaubenssätzen halten?

 Also bekämpfen Sie die Psychosklerose in den Anfängen – Wie?

Nun Lesen, Brain- und Mindstorming, Mindmaps, Gehirnjogging, Denkspiele, Weiterbildung, Schreiben (Wie wärs mal wieder mit einem Liebesbrief an Ihren Partner, da ist besonders viel Kreativität im Spiel? Auch wenn der Valentinstag hinter uns liegt ;-)!), Meditation um nur einige Möglichkeiten zu nennen.

Nachdem ich mich etwas mit den Grundlagen auseinandergesetzt habe, warum Veränderung uns so schwer fällt nun einen konkreten sechsteiligen Ablaufplan, wie Sie dies in Zukunft umgehen.

 

Ein Großteil der folgenden Ideen stammt von Tony Robbins einem bekannten Trainer in den USA.

1. Machen Sie sich klar, was Sie erreichen wollen und was Sie jetzt daran hindert, dies zu tun!

 Es klingt ganz einfach aber häufig wissen wir das nicht. Wir sind konditioniert zu sagen, was wir nicht wollen. Wir wollen nicht mehr rauchen. Wir wollen uns nicht mehr so schlecht fühlen. Wir wollen nicht so viel essen. Etc.

Schreiben Sie jetzt auf, was Sie wirklich wollen und was Sie daran hindert? Lesen Sie nicht weiter sondern machen Sie diese Übung, haben Sie?

Nun wissen wir aufgrund unserer Erfahrung, damit alleine ist es nicht getan. Weshalb geht jemand einmal zu einem Psychologen und schafft sein Problem aus der Welt, ein anderer therapiert sich fünf Jahre fast ohne Ergebnis. Weshalb funktionieren alle, selbst die verrücktesten, Therapieformen ab und an und weisen Erfolge auf aber gleichzeitig gibt es auch die Dauergäste in den Behandlungszimmern (Ich spreche hier nicht von echten Nervenleiden, sondern von den ganz alltäglichen Neurosen und Phobien, die wir mit uns herumschleppen).

Ich glaube, die echte Veränderung findet in einem Moment statt und nicht über lange Zeiträume. Die langen Zeiträume brauchen wir nur, um dorthin zu kommen, um bereit für die Veränderung zu werden, um die Veränderung wirklich zu wollen. Was wollen wir denn alle. Es reduziert sich auf zwei Dinge: Schmerz vermeiden und Freude gewinnen. Wenn wir etwas tun, wovon wir wissen, das es uns schadet, weshalb lassen wir es dann nicht? Nun es ist die Ungewißheit vor dem Neuen. Der derzeitige Schmerz ist uns nun einmal vertraut und viele negative Verhaltensweisen bringen uns Freude und Vermeiden Schmerz, sonst würden wir sie nicht tun.

Beispiel Fernsehen: Wir wissen, es ist nicht gut, viel fernzusehen. Aber es vermeidet das Alleinsein, Trauer, Angst, Furcht etc. Um sicher zu gehen, das Veränderung funktioniert, brauchen wir Schritt 2.

2. Schaffen Sie sich einen Hebel

Verbinden Sie mit dem zu ändernden Verhalten massiven Schmerz, hier sind Ihrer Phantasie keine Grenzen gesetzt. Stellen Sie sich Ihren Idealzustand vor Ihrem geistigen Auge vor und verbinden sie Freude mit dem Erreichen dieses Ziels. Ganz wichtig: Wählen Sie Ihren Hebel so groß, das sie es förmlich ekelt, das andere Verhalten noch eine Minute länger an den Tag zu legen. Am besten sind immer innere Antriebe und Einstellungen, die mit Ihrem bisherigen Verhalten im krassen Widerspruch stehen.

Wie sehe ich mich? Wer bin ich? sind sicher wichtige Fragen.

Nun wissen Sie, was Sie erreichen wollen, was Sie bisher daran hindert und verbinden massiven Schmerz mit diesem Verhalten. Aber wie oft hatten Sie dies schon bei all den guten Vorsätzen? Es fehlen noch drei weitere Punkte die wir beachten müssen:

    3. Alte Muster durchbrechen,

    4.  Eine gute Alternative anbieten

    5. Neues Verhalten konditionieren

3. Alte Muster durchbrechen:

Sie kennen die Fliege, die immer wieder gegen die Scheibe fliegt, um ins Freie zu gelangen und stirbt.

Wir verhalten uns häufig genauso. Ist es nicht verrückt: Wir machen immer wieder das Gleiche und hoffen, daß dabei neue Resultate herauskommen. Erinnern Sie sich, als Sie etwas verlegt hatten (Schlüssel etc.). Sie suchen in allen Mänteln, Taschen und Fächern. Durchstöbern das Auto und – fangen wieder von vorne an. Soll sich der Gegenstand plötzlich materialisieren? Jedes Jahr eine Mailingaktion, wenig Rücklauf, aber -  “haben wir ja schon immer so gemacht!”

Durchbrechen Sie Ihr Verhaltensmuster! Radikal! Machen Sie das Gegenteil! Seien Sie etwas “verrückt”. Nehmen Sie dieses Wort mal wörtlich: verrücken Sie Ihren Standpunkt.

Stellen Sie sich hypothetische Fragen! Bsp.: Sie würden das “Unmögliche” tun (Was sie machen wollen), wie würde das dann weitergehen? Sie würden das Gegenteil von dem tun, was Sie jetzt tun, wie sähe das aus und was würde daraufhin geschehen? Etc.

Denken Sie an die 72 Stunden-Regel. Machen Sie sofort den ersten Schritt. Die Chancen anzufangen sind gering, wenn Sie später starten. Sagen Sie Ihren Bekannten und Verwandten von Ihrem Vorhaben. Fallen Sie nicht in den alten Trott!

Jetzt gibt es Leute, die wissen, was Sie wollen, haben den nötigen Willen und die “Hebel”, verhalten sich anders, d.h., haben Ihr Muster durchbrochen und werden trotzdem nach einiger Zeit “rückfällig”.

Was fehlt?

 

4. Finden Sie eine gute, kraftvolle Alternative!

Denken Sie daran. Das ursprüngliche Verhalten hatte immer den Zweck, Schmerz zu vermeiden und Freude zu gewinnen. Fragen Sie sich: Was hat mir dieses Verhalten gegeben? Es werden Drogen genommen, um High zu sein, um unbeschwert zu sein.

Finden Sie eine Tätigkeit, ein Verhalten, irgend etwas als Alternative, was Ihnen genau das oder noch mehr gibt, was Sie durch Ihr ursprüngliches Verhalten gewonnen haben.

Wenn Sie also zum Beispiel ein Bewegungsmuffel sind und mehr Sport treiben wollen, weil Sie merken, daß das Zipperlein sie an allen Ecken des Körpers plagt, weil Ihre Muskeln nicht mehr richtig arbeiten und die “Schwimmringe” überall zu wachsen beginnen, nehmen Sie sich nicht als Start vor, jede Woche dreimal Tennis spielen zu gehen. Sie werden Muskelkater und Knieschmerzen haben, wenn nicht Schlimmeres und werden bald wieder aufhören, da Sie eben nicht Freude, sondern Schmerz mit der neuen Bewegung verbinden. Wie wär’s mit einem regelmäßigen Besuch in einem Erlebnisbad fürs erste?

Meine eigene Erfahrung: Ich habe Joggen immer gehaßt. Nach fünf Minuten hechelte ich wie ein abgehetzter Kampfdackel und die Lunge tat mir weh. Bis ich den Unterschied zwischen Gesundheit und Fitness gelernt habe. Fett verbrennt nur im Muskel und nur im Sauerstoffüberschuß. Wenn Sie also hecheln, verbrennen Sie nicht nur kein Fett, sondern Blutzucker, der eigentlich für Ihr Gehirn bestimmt ist. Nach dem Laufen haben Sie durch den Sauerstoffmangel Milchsäure im Muskel (unvollständige Verbrennung) und damit Muskelkater (Laufen = Schmerz). Außerdem schaden Sie an kalten Tagen Ihrer Gesundheit, da die Luft nicht erwärmt wird, wenn Sie alle par Schritte mit dem Mund einatmen müssen.

Heute laufe ich lächelnd, langsam und locker eine halbe Stunde täglich. Ich könnte mich dabei unterhalten und kann mich auf mein Hörbuch konzentrieren, welches ich nebenbei anhöre (und so etwas für meine Bildung unternehme). Mir kommen dabei sehr gute Ideen, Muskelkater habe ich nicht und ich bin auch nicht vollkommen durchschwitzt, wenn ich wieder zu Hause bin. Dabei fühle ich mich fit und leistungsfähig und nicht ausgepumpt wie früher. Am Anfang war es freilich nur ein lockeres hüpfen aber dies ändert sich schnell.

Wenn Sie diese aerobe (Sauerstoffüberschuß) Vorgehensweise wirklich ausprobieren und durchhalten, können Sie dann schon einmal Gas geben und schnell rennen. Dies ist dann aber sehr “lustvoll”, da Sie merken, was für Reserven Sie plötzlich haben.

Also, suchen Sie sich powervolle Alternativen, wenn Sie dauerhaft von Ihren “Lastern” und schlechten Gewohnheiten wegkommen wollen. Alternativen die Ihnen besser und mehr von dem geben, was Sie eigentlich haben wollen.

 

Und 5. Konditionierung

Sorgen Sie dafür das Ihnen das neue Verhalten zu einer Gewohnheit wird. Denken Sie daran: Der Wille ist der Vorstellung immer unterlegen. Wenn Sie sich zwingen müssen, halten Sie es nicht lange aus.

Einige Faustregeln:

Wenn Sie etwas mindestens 21 Tage lang hintereinander regelmäßig tun, wird es zur Gewohnheit und kann schon fast ans Unterbewußtsein weitergereicht werden.

Versuchen Sie das neue Verhalten in Ihren Tagesablauf zu integrieren und immer zur gleichen Zeit zu machen.

Auch mentales Training ist Konditionierung. Spitzensportler trainieren so. Sie stellen sich Ihren optimalen Bewegungsablauf immer wieder vor ihrem geistigen Auge vor. Dies spart viele Wiederholungen auf dem Platz.

Sie können das auch! Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich Ihr neues Verhalten im optimalen Zustand vor. Verbinden Sie Freude mit dem Erreichen des Zieles. Jede dieser mentalen Übungen verstärkt die Nervenbahnen in Ihrem Gehirn!

Denken Sie bei Konditionierung auch an Ihr erstes Mal Autofahren, die vielen Hebel, die Unsicherheit etc. Heute erledigt das Unterbewußtsein das Meiste für Sie. Sie können noch nebenbei Musik hören, sich mit einem Freund unterhalten und auf den Verkehr achten. Das Schalten und Steuern läuft größtenteils unbewußt ab. Dies können Sie mit allem (bei entsprechender Übung) erreichen.

 

Zusammenfassung:

1. Machen Sie sich klar, was Sie erreichen wollen und was Sie jetzt daran hindert, dies zu tun!

2. Schaffen Sie sich einen mächtigen “Hebel”, verbinden Sie massive Unlust und Schmerz mit Ihrem jetzigen Verhalten und Freude und Lust mit dem Erstrebenswerten.

3. Durchbrechen Sie Ihre Verhaltensmuster, verlassen Sie Ihre alten Gleise, verrücken Sie Ihren Standpunkt, machen Sie NICHT das Gleiche und erwarten neue bessere Resultate!

4. suchen Sie sich kraftvolle, schöne, bessere Alternativen, das: Was anstelle? des alten Verhaltens

5. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, integrieren Sie das Verhalten in Ihre Vorstellung (auch geistig), Konditionieren Sie, delegieren Sie an Ihr Unterbewußtsein durch die Wiederholung

6. Testen Sie Ihr neues Verhalten auf Ökologie (Schade ich wem damit?) und auf Streßresistenz (Lege ich es auch an den Tag, wenn ich unter Zeit- oder psychischem Druck stehe?) Sollten Sie mit der Antwort nicht zufrieden sein, wiederholen Sie Punkte 1-5!

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4. Lesetechniken

Ich versprach das letzte Mal, etwas über das Seminar Lesetechniken zu schreiben, welches ich besucht habe. Nun habe ich schon sehr viel über Veränderung geschrieben und erlaube mir, Euch auf das nächste Mal zu vertrösten ;-)

Dann aber bestimmt!

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5. Neues von uns

Bis auf ein paar Krankheiten (die Grippe hat uns wieder, mich hat’s bis jetzt verschont), die aber alle gut überstanden sind, gibt es erst einmal nichts wesentlich Neues zu berichten.

Bis zur Cebit ist es nun auch nicht mehr weit. Für alle IT-Dienstleister und Aussteller: Olaf führt am 05.03.99 einen auf diese Gruppe zugeschnittenen Workshop “Messetraining” durch. Für nähere Informationen bitte eine E-mail an  bei Betreff bitte Messetraining eintragen.