Herzlich willkommen zur 6. Ausgabe von RINs - Ruckruhs Internet Newsletter 22.04. 1999

 

Wenn Sie in Zukunft Ruckruhs Internet Newsletter nicht mehr zugestellt bekommen wollen, senden Sie uns bitte eine E-Mail an  mit dem Betreff "Kündigung".

 

Inhaltsverzeichnis:

1. Zitate

2. Willkommen

3. Cliff Young

4. Über uns

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1. Zitate

“Ich denke, es gibt auf der ganzen Welt einen Markt für etwa fünf Computer.” Thomas Watson, Gründer von IBM 1943

“Es gibt keinen Grund, warum irgend jemand einen Computer zu Hause haben sollte.” Ken Olsen Gründer von Digital Equipment 1977

“Wir mögen Ihren Klang nicht und Guitarrenmusik ist sowieso out.” Decca Recording Co., weisen die Beatles 1962 ab

“Alles was erfunden werden kann, ist bereits erfunden.” Charles H. Duell, Leiter amerikanisches Patentamt 1899

“Louis Pasteurs Theorie über Keime ist lächerliche Utopie.” Pierre Pachet, Professor in Toulouse 1872

“640 kB sollte für jeden genug sein.” Bill Gates 1981

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2. Willkommen

 

Ich begrüße Sie wieder alle zu dieser neuen Ausgabe von RINs. Herzlichen Dank für Ihre Anregungen und Rückmeldungen. Ein besonderes Willkommen wieder an unsere neuen Abonnenten.

Heute geht es um mir um die Expertengläubigkeit (besonders im deutschen Fernsehen und in der Presse), diese häufigen Autoritätsbeweise und wie wir besser damit umgehen.

Was interessiert Sie außerdem?

Ihre Meinung interessiert mich! Schreiben Sie mir Ihre Vorschläge!

Ihr Falk Ruckruh

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3. Eine wahre Geschichte

 

Die folgende Geschichte habe ich bei Alexander Christiani gehört, dessen sämtliche Bücher ebenfalls sehr empfehlenswert sind.

Es ist die Geschichte von Cliff Young.

Wie gerne laufen Sie? Können Sie sich vorstellen, einen Marathon zu laufen?

Es gibt nun Leute, denen reicht dies immer noch nicht. Diese machen dann Triathlon, 4 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42 km Laufen noch hintendran. Nun gibt es wiederum einige Leute, denen dies immer noch nicht genug ist. Da gibt es dann den Ultratriathlon mit den dreifachen Distanzen und wer davon noch nicht genug hat, kann an Wettkämpfen für die Besten der Besten teilnehmen. Ein solcher Wettkampf ist der Ultramarathon von Melbourne nach Sydney in Australien über 2000 Meilen. 10 Tage laufen, schlafen, massieren und wieder laufen.

Nun, im Jahre 1982, kurz vor dem Start, sollte noch ein Foto von den Teilnehmern geschossen werden. Alle waren versammelt und unter den Läufern war ein älterer Herr in Uniform und mit schweren Springerstiefeln.

Die Reporter sagten zu ihm, er solle doch zur Seite gehen, damit Sie ein Foto von den Teilnehmern machen könnten.

Seine Antwort: ”Weshalb? Ich laufe doch mit, dieses Jahr!”

Man fragte ihn, wie er auf die Idee käme und er antwortete: “Nun jedes Jahr laufen die Teilnehmer bei meiner Farm vorbei und da habe ich mir gedacht, es wäre toll, auch mal mitzumachen.”

“Wie alt sind Sie?” “61 Jahre alt”

“Nun, aber wie ist Ihre Strategie, wo Ihre Verpflegungsdepots?” fragten die Reporter. “Bin ich zum Laufen hier oder was?” war die Antwort.

Die Australier sind lockere Menschen. “Lassen wir ihm seinen Willen, er soll ruhig mitlaufen”, sagten sich die Organisatoren. Als das Feld startete, blieb Cliff Young mit seinen schweren Stiefeln sofort viele 100 m zurück und der Stadionreporter sagte: “Hier sehen sie den Traum eines alten Mannes, der vermutlich seine Mitläufer das letzte Mal gesehen hat.”

Und es war tatsächlich das letzte Mal, daß Cliff Young seine Mitläufer sah. Am Ende des ersten Tages hatte er viele Meilen Rückstand auf diese. Die Experten wußten, sie mußten sich dann 1h massieren lassen und 5 h schlafen. Als sie am nächsten Tag starteten, stellten Sie fest, daß Cliff Young die ganze Nacht durchgelaufen war und einen großen Vorsprung hatte. So etwas verrücktes, er wird bald schlappmachen, meinten Sie. Im Laufe des Tages schmolz der Vorsprung auf ein Minimum zusammen, aber als die anderen Wettkämpfer am nächsten morgen losliefen, mußten sie hören, daß Cliff Young bis auf eine Stunde Kurzschlaf wieder durchgelaufen war. Um es kurz zu machen: Cliff Young hat seine Mitläufer tatsächlich nicht wiedergesehen. Er hat den Ultramarathon von Sydney nach Melbourne im Jahr 1982 mit dem sagenhaften Vorsprung von 1,5 Tagen gewonnen! Gegen die absoluten Profis, deren Ältester nur halb so alt war wie er. Diese Experten “wußten”, sie “müssen” sich eine Stunde täglich massieren lassen, sie “wußten”, daß man 5 h Schlaf pro Nacht braucht, um nicht schlappzumachen. Cliff Young wußte dies nicht.

Im darauffolgenden Jahr wurde der Rekord von Cliff Young dann von den Profis noch einmal um viele Stunden unterboten.

 

Was können wir daraus lernen? Experten sind Menschen, die sich sehr viel und sehr intensiv mit einer bestimmten Sache bereits befaßt haben (Sie können also auch einer werden!)? Sie sind aber nicht unfehlbar. Seien Sie vorsichtig und bleiben Sie kritisch, wenn Ihnen jemand sagt, das geht nicht oder das kann man so nicht machen. Es könnte eine sich selbsterfüllende Prophezeiung sein, ein begrenzendes Programm. Vertrauen Sie auf Ihr Gefühl, was Sie schaffen können.

Gleichzeitig sagt mir die Geschichte aber auch, daß es gut ist, externe Berater und Spezialisten hinzuzuziehen. Oft ist man betriebsblind und denkt in seinen eingefahrenen Bahnen.

Werden Sie aber hellhörig, wenn Sie etwas als den letzten Schluß, als absolut unveränderlich verkauft bekommen. Es kann immer nur ein “nach allem, was wir heute wissen” geben.

Im Laufe der Geschichte sind schon viele absolut “richtige” und “wahre” Dinge ad absurdum geführt worden. Denken wir nur an Aussagen wie “Die Erde ist eine Scheibe” “Die Erde steht im Mittelpunkt des Weltalls” etc. Wenn Sie einem Menschen im Mittelalter die Fernbedienung Ihres Fernsehers erklärt hätten, wären Sie höchstwahrscheinlich auf dem Scheiterhaufen gelandet.

In der Medizin sind in den letzten Jahren wohl alle “Weisheiten” sowohl bewiesen, als auch wiederlegt worden.

Wieviele Dinge denken wir und glauben wir zu wissen, von denen die Menschen in 300 Jahren sagen werden, wie unwissend wir doch waren?

Alle wirklich großen Erfinder, Firmengründer, sogenannte Genies haben gegen massive Widerstände, gerade in den eigenen Reihen, ankämpfen müssen. Wir haben sehr viele Programme, die lauten “anders ist schlecht”. Vertrauen Sie mehr Ihren eigenen Gefühlen. Probieren Sie etwas im kleinen Rahmen aus, auch ohne 100%ige Sicherheit fürs Gelingen zu haben und dann stellen Sie sich folgende Fragen: Was war daran jetzt gut? Was kann ich daraus lernen? Was sollte ich verändern? Kann ich diese Erkenntnisse auf andere Felder übertragen (Analogien, Spin offs, etc.)? etc. Hierfür ist Mindstorming wieder eine gute Technik (siehe vorherige RINs).

Ich persönlich denke, daß fast alles, was wir uns vorstellen können, auch eines Tages verwirklichen könnten.

Wenn Sie Jules Vernes lesen, wissen Sie, was wir alles verwirklicht haben, was damals absolute Utopie war.

Wie sieht es mit den Techniken von Raumschiff Enterprise aus?

An der Universität Graz haben Forscher im vorigen Jahr das erste Atom gebeamt, ein Wasserstoffatom. An der Uni Regensburg hat das Team von Herr Prof. Seger die optische Pinzette entwickelt, die in der Biotechnologie bereits Anwendung findet. Hierbei werden lebende Zellen mit einem Niedrigenergielaser angesogen und in und mit diesem Laserstrahl transportiert, ohne zerstört zu werden. Dadurch kann sehr rein gearbeitet werden, berührungslos, mit Licht. Ich weiß zwar nicht, wie das auf große Körper übertragen werden soll, da die Leistungsfähigkeit solcher Laser immens sein muß und dann natürlich die Hitze uns verglühen würde aber prinzipiell ist die Machbarkeit bewiesen.

Was ist dann erst möglich, wenn wir nicht nur die Machbarkeit in materiellen Dingen erforschen und hinterfragen, sondern auch auf unser geistiges, inneres Wachstum schauen?

Darüber sollten wir einmal nachdenken.

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4. Über uns

Die früheren Ausgaben von RINs sind jetzt auch im Internet verfügbar. Die Adresse:

die ursprüngliche Adresse gibt es nicht mehr, wenn Sie dies jetzt lesen, wissen Sie ja wo Sie suchen müssen. ;-)